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am 22. Mai

Baumscheibe Plan B Peace Park

Hannah Wirlinger - Emilia und Douglas begarteln seit letztem Jahr eine Baumscheibe in der Hasnerstraße. Sie nennen diese „Plan B Peace Park“ und freuen sich ein bisschen Grün in die Straßen Ottakrings zu bringen.

Emilia und Douglas begarteln seit letztem Jahr eine Baumscheibe in der Hasnerstraße. Sie nennen diese „Plan B Peace Park“ und freuen sich ein bisschen Grün in die Straßen Ottakrings zu bringen.

Wie hast du von dem Projekt „Garteln ums Eck“, bzw. der Baumscheibenbepflanzung erfahren und wie fandest du den Prozess an eine Baumscheibe zu kommen?

Emilia: Ich studiere auf der TU Raumplanung. Durch ein Uni-Projekt, bei dem wir grüne Infrastruktur für die Hasnerstraße entwerfen sollten, hab ich von der Möglichkeit gehört, Baumscheiben zu bepflanzen. Dann war eigentlich alles ganz einfach. Ich hab’s gegoogelt und die Formulare ausgefüllt. Es hat dann zwar ein bisschen gedauert, da wir das Ganze im ersten Lockdown begonnen haben, aber nach nochmaligen Kontaktieren der zuständigen Stellen haben wir dann unsere Baumscheibe gehabt. Der Lockdown hat uns also dazu inspiriert, ein bisschen im öffentlichen Raum aktiv zu sein.

Was war schwierig bei der Bepflanzung?

Douglas: Das schwierigste war der Beginn. Die Baumscheibe war sehr trocken und voller Laub, was noch nicht so zum Gärtnern einlädt. Das Reinigen der Baumscheibe hat sich als anstrengender als gedacht gestaltet. Das nimmt schon viel Zeit in Anspruch. Sobald man einmal begonnen hat und eine Vision vor‘m inneren Auge hat, kommt alles in Gang.

Hattest du die nötigen Ressourcen (Erde, Pflanzen, Gießkanne etc.)?

Douglas: Das meiste hab‘ ich irgendwie zusammen bekommen. Die Gießkanne habe ich zum Beispiel auf Willhaben gefunden, was sehr praktisch war. Bei der Coolen Hasnerstraße gab es dann eine Wassersäule, was auch sehr günstig zum Wasserholen war. Erde kann man einfach bei den Mistplätzen der Stadt Wien kaufen. Neue Erde hinzuzufügen ist auch wichtig. 

Wichtig war mir, dass die Baumscheibe einen gewissen Charakter hat. Die Samen, Knollen und Pflanzen habe ich eigentlich auch aus unserem Garten, geschenkt bekommen oder irgendwo gefunden. Das verleiht dem ganzen diese Originalität, finde ich. Auch Fliesen habe ich gefunden und dachte, dass sie nett ausschauen und hab sie einfach dazugelegt. Ich schaue immer darauf lokal zu kaufen, oder am Besten alte Dinge wieder zu verwenden. Man kann das meiste irgendwie nutzen. Kreativität ist besonders wichtig.

Hast du nette Begegnungen gehabt, oder Kontakte geknüpft?

Douglas: Ja auf jeden Fall, Leute kommen vorbei und sagen, wie schön das ist. Das ist immer sehr nett. Ich habe auch andere Personen kennengelernt, die Baumscheiben bepflanzen. Als ich am Abend mal gewerkelt habe, hat jemand mal gemeint: „Das ist zwar laut, aber hör nicht auf, denn es ist schön!“. 

Hättest du dir mehr Unterstützung von verschiedenen Initiativen gewünscht?

Douglas: Was mir sehr geholfen hätte wäre irgendeine Art von Austausch. Also das man von anderen Personen „lernt“ was sich gut zum Bepflanzen eignet und worauf man im Besonderen achten muss. Das wäre vor allem für Leute, die sich zum ersten Mal damit auseinandersetzen praktisch. 

Hast du eine Beziehung zu deinem Baum?​​

Douglas: Ja, das muss natürlich sein. Einige Bäume sind hunderte Jahre alt und haben schon so viel gesehen. Mein Baum sieht mich jetzt ein paar Mal die Woche. Das macht schon etwas aus. 

Tipps für andere Gärtner*innen?​​

Emilia: Ich glaub das wichtigste ist einfach loszulegen. Ich hoffe ja, dass so eine Art Dominoeffekt zu Stande kommt und bald alle Baumscheiben begrünt sind. 

Douglas: Ja ich glaube ich, dass es einfach sehr wichtig ist zu beginnen. Und dann natürlich auch sich auszuprobieren und herauszufinden, welche Pflanzen gut funktionieren und welche eher nicht. Es ist ein Prozess und man lernt sehr viel durch das Tun.