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am 22. Mai

Baumscheibe Robin Food

Hannah Wirlinger - Die größte Herausforderung war es, mit der Zeit die Nachbarschaft mitzunehmen.

Der Verein „Environmental Consciousness - Eco Ufu“ betreibt seit einem Jahr ein Vereinslokal in der Hasnerstraße 100. Die Räumlichkeiten werden als offene Werkstatt genutzt, die allen für verschiedene Nutzungen offenstehen. Unter anderem gehen „Robin Foods“ dort ein und aus. Angrenzend an das Vereinslokal bepflanzen die Vereinsmitglieder*innen einige Baumscheiben in der Hasnerstraße, und betreuen eine Grätzloase – welche zu 100% aus recycleten Materialien gebaut wurde.

„Der Mensch beschützt den Baum, der Baum beschützt den Menschen“


Wie und wann habt ihr von dem Projekt „Garteln ums Eck“ erfahren? 

Joe: Verschiedene Menschen haben immer wieder von der Möglichkeit gesprochen. Irgendwann haben wir dann begrünte Baumscheiben gesehen. Vor drei Jahren haben wir dann unsere erste Baumscheibe beantragt, und es wurden laufend mehr. Mittlerweile ist der Abschnitt der Hasnerstraße vor unserem Vereinslokal sehr von unseren bepflanzten Baumscheiben geprägt, das sieht man von Weitem.

Als nächstes Projekt würden wir gerne mit dem Bezirk gemeinsam einen „gewachsenen Dom“ nach dem Vorbild on Arthur Wichula in einer frei gewordenen Baumscheibe realisieren. Dabei werden Bäume so gepflanzt und verflochten, dass sie später aufgrund ihrer Wuchsform eine runde Sitzbank ergeben, die sich in einem Dom auswächst der verschiedene Apfelsorten als Früchte trägt.

Was waren für euch Herausforderungen, und welche Chancen bietet das „Garteln ums Eck“?

Joe: Die größte Herausforderung war es, mit der Zeit die Nachbarschaft mitzunehmen. Anfangs haben sich alle gefreut über eine schön blühende Baumscheibe. Als wir jedoch begonnen haben, mehrere Baumscheiben zu bepflanzen haben einige Angst um die Parkplätze bekommen – dabei ist das unbegründet. Wir haben gemerkt, dass es wichtig ist mit den Anwohnenden im Austausch zu stehen, und die Baumscheiben möglichst liebevoll zu gestalten. Immer wieder haben wir Probleme damit, dass einparkende Autofahrer*innen über unsere Beete fahren. Gegen dieses Problem gibt es aber einen Geheimtipp: Einen einfachen Holzstab in jedes Eck der Baumscheibe zu stecken hilft den Autofahrenden, die Maße der Baumscheibe besser abschätzen zu können! Oft steigen/fahren die nicht absichtlich oder bewusst ins Beet, sondern übersehen einfach den Randstein der Baumscheibe.

Hättest du dir von irgendeiner Seite (mehr) Unterstützung gewünscht?

Robin Foods: Die Ermöglichung einer flexibleren Gestaltung wäre sehr wünschenswert. Mehr Möglichkeiten, auch innovative Elemente zuzulassen würde das ganze Projekt noch ganzheitlicher machen. Wir haben zum Beispiel versucht, eine kleine Tauschbox in einer Baumscheibe aufzustellen, die auch von oben begrünt war. Leider gibt es da sehr strikte Vorgaben was erlaubt ist und was nicht. Wir wollen eine Symbiose zwischen Mensch und Natur ermöglichen, und das sollte nicht verhindert werden.

Hast du noch Tipps für andere?

Ich finde, im Winter sollten die abgestorbenen Pflanzenteile bis in den Frühling liegen gelassen werden - damit die Insekten auch ihren Lebensraum haben. Darüber hinaus ist es immer hilfreich, die Pflanzen im Beet zu beschriften – das erhöht die Akzeptanz massiv, und ermöglicht etwas im Vorbeigehen über unsere Natur zu Lernen.